• Eine Kindheit auf Distanz
  • Eine Kindheit auf Distanz

    Eine Kindheit auf Distanz

    Serge Lutens wird in den Kriegsjahren, am 14. März 1942, im nordfranzösischen Lille geboren. Durch die Trennung von seiner Mutter in den ersten Wochen seines Lebens wird seine Persönlichkeit durch ein fundamentales Gefühl der Verlassenheit geprägt. Ständig zwischen zwei Familien hin- und hergerissen wählt er ein Leben auf Distanz und gibt sich seiner Fantasie hin. In der Montesquieu-Schule steht er in dem Ruf, ein Träumer zu sein…: Er folgt dem Unterrichtsgeschehen nicht. Dabei erkennen seine Lehrer durchaus sein erzählerisches Talent.

  • Stilbildung
  • Stilbildung

    Stilbildung

    Gegen seinen Willen – er wäre lieber Schauspieler geworden – beginnt er 1956 im Alter von 14 Jahren in einem Friseursalon seiner Heimatstadt eine Lehre. Zwei Jahre später zeichnen sich bereits die weiblichen Attribute ab, die seinen Stil prägen werden: auffällig geschminkte Augen, ätherisch blasse Haut und stecknadelförmige Köpfe mit kurz geschnittenen, eng am Kopf anliegenden Haaren. Ein weiteres seiner Markenzeichen ist die Farbe Schwarz, die ihn von nun an fortwährend begleitet. Sein ästhetisches Empfinden, seine Vorlieben treten in den Fotografien seiner Freundinnen immer deutlicher zutage. Im Alter von 18 Jahren wird er für den Dienst im Algerienkrieg einberufen, jedoch für untauglich befunden. Dies ist eine wichtige Bruchstelle, die letztendlich der Auslöser für seine Entscheidung ist, Lille zu verlassen, um nach Paris zu gehen. Wir schreiben das Jahr 1962. Serge Lutens, der die Schattenseiten und Nöte seiner frühen Pariser Jahre durchlebt, kontaktiert mit Hilfe seiner Freundin Madeleine Levy das Magazin Vogue – bei sich trägt er großformatige Fotoaufnahmen seiner Freundinnen. Diese Zeitschrift verkörpert in seinen Augen die Schönheit schlechthin – eine fast heilige Institution, die er mystifiziert. Drei Tage später arbeitet er an der Weihnachtsausgabe der Zeitschrift. Mit seiner neuen Make-up-Vision und dem Entwurf von Schmuck und außergewöhnlichen Objekten wird Serge Lutens schon bald zum Trendsetter. Die Modemagazine stellen ihren sicheren Instinkt unter Beweis: Elle, Jardin des Modes und Harper's Bazaar wenden sich immer wieder an ihn: So arbeitet er mit den größten Fotografen der Zeit zusammen. Gleichzeitig vertieft er seine eigenen fotografischen Arbeiten. In diesen Jahren findet sein Talent eine immer breitere Anerkennung.

    stilbildung
  • Die Jahre bei Dior
  • Die Jahre bei Dior

    Die Jahre bei Dior


    1967 wendet sich Christian Dior, der kurz davorsteht, seine eigene Make-up-Linie herauszubringen, an ihn. Für das Haus Dior entwirft er anschließend Farben, Stil und Bilder. In der Fotografie schließlich vereinen sich die Elemente seiner Vision. Zu Beginn der 70er Jahre verleiht die berühmte Chefredakteurin der US Vogue, Diana Vreeland, ihrer Begeisterung Ausdruck: „Serge Lutens, Revolution of Make-up!“ Der Erfolg ist enorm. Serge Lutens wird für eine ganze Generation zum Symbol einer neuen Freiheit durch Make-up. 1974 dreht er als Ausdruck seiner Leidenschaft für die Filmwelt und ihre legendären Schauspielerinnen den Kurzfilm: „Les Stars“. In dieser Zeit reist er viel, entdeckt zunächst Marokko, später dann Japan. Diese beiden Länder mit ihren vielfältigen und sehr verschiedenen Kulturen fügen sich in ihm zu einem Ganzen und intensivieren seine Wahrnehmung und seine Gefühlswelten.

    Die Jahre bei Dior
  • Die Jahre bei Dior
  • Die Jahre bei Dior

    Die Jahre bei Dior


    1967 wendet sich Christian Dior, der kurz davorsteht, seine eigene Make-up-Linie herauszubringen, an ihn. Für das Haus Dior entwirft er anschließend Farben, Stil und Bilder. In der Fotografie schließlich vereinen sich die Elemente seiner Vision. Zu Beginn der 70er Jahre verleiht die berühmte Chefredakteurin der US Vogue, Diana Vreeland, ihrer Begeisterung Ausdruck: „Serge Lutens, Revolution of Make-up!“ Der Erfolg ist enorm. Serge Lutens wird für eine ganze Generation zum Symbol einer neuen Freiheit durch Make-up. 1974 dreht er als Ausdruck seiner Leidenschaft für die Filmwelt und ihre legendären Schauspielerinnen den Kurzfilm: „Les Stars“. In dieser Zeit reist er viel, entdeckt zunächst Marokko, später dann Japan. Diese beiden Länder mit ihren vielfältigen und sehr verschiedenen Kulturen fügen sich in ihm zu einem Ganzen und intensivieren seine Wahrnehmung und seine Gefühlswelten.

    Die Jahre bei Dior
  • Marrakesch,
    Weckruf für die Sinne
  • Marrakesch,
    Weckruf für die Sinne

    Marrakesch,
    Weckruf für die Sinne


    Dieses erste Parfum prägte die 1980er Jahre. Doch erst 1992 hat Serge Lutens mit der Kreation von „Féminité du bois“ und durch die Eröffnung seiner fantastisch dekorierten Boutique im Palais Royal die Welt der Parfums erstmals wirklich revolutioniert. Marokko und insbesondere Marrakesch waren eine echte Offenbarung für ihn, die ihn eingehend geprägt hat (1974 erwarb er ein altes Gebäude mitten in der Medina von Marrakesch). Daraufhin machte Serge Lutens dieses Land zum kreativen Mittelpunkt seiner Parfümeursarbeit. Wachse, Zedernholz, Orangenblüten ... Marrakesch inspirierte ihn zu seinen ersten Parfums: „Ambre sultan“, „Cuir mauresque“, „Chergui“ ... Sie wurden zu Klassikern und schlugen in der Geschichte der Duftessenzen ein neues Kapitel auf. Eine logische Folge davon war, dass Serge Lutens im Jahr 2000 eine eigene Marke gründete, die heute seinen Namen trägt und kompromisslos ihrem eigenen Stil folgt. Seine Parfums und Make-ups werden teilweise ganz gezielt und selektiv vertrieben, teilweise auch vertraulich behandelt und nur im Netzwerk seiner eigenen Boutiquen angeboten.

    Marrakesch – Weckruf für die Sinne
  • Die Stiftung von Serge Lutens
  • Die Stiftung von Serge Lutens

    Die Stiftung von Serge Lutens


    2007 wurde Serge Lutens mit dem Titel „Commandeur de l'ordre des arts et des Lettres“ ausgezeichnet. Nachdem sein vielfältiges Talent durch zahlreiche weitere Auszeichnungen geehrt worden war, gründete Serge Lutens 2014 die Serge Lutens-Stiftung. Sie hat ihren Sitz in dem 1974 erworbenen Gebäude im historischen Kern der Medina von Marrakesch und dient als Ausstellungsgelände, in dem auf mehr als 3000 m² Fläche Werke dieses sich ständig weiterentwickelnden Ausnahmekünstlers ein lebendiges Zeugnis seiner Arbeit ablegen.

    Die Stiftung von Serge Lutens